Das Imamah in der Großen Verborgenheit
Das Imamat ist einer der fundamentalsten Unterschiede zwischen Ahlus-Sunnah und Schia. Umso mehr erstaunt es, dass dieses Thema in vielen Diskussionen zwischen den beiden Parteien kaum Beachtung findet. Anstatt die Sunniten vom Konzept des Imamats direkt zu überzeugen, fällt auf, dass die schiitischen Polemiken sich eher darauf konzentrieren, das angebliche Recht Alis (ra) auf die Nachfolge des Propheten (saws) anhand der Ereignisse in Ghadir Khumm zu belegen und gleichzeitig Zweifel über die Rechtschaffenheit der Gefährten des Propheten (saws) zu säen. Damit enden solche Diskussionen sehr schnell in einer Sackgasse der gegenseitigen Beschuldigungen von falschen Zitaten, Vertuschungen und Täuschungen. Im besten Falle sehen die Diskussionspartner die Sinnlosigkeit einer solchen Diskussion frühzeitig angesichts der im Widerspruch zueinander stehenden sunnitischen und schiitischen Überlieferungen sowie der unterschiedlichen Interpretationen selbiger ein.Es ist daher nahe liegend sich auf die von beiden Parteien anerkannte Hauptquelle des Islams zu besinnen, in der Gewissheit, dass uns Allahs Buch zur Rechtleitung führen wird, wenn unsere Herzen gottesfürchtig sind. Allah (swt) sagt hierzu:
Dies ist das Buch, das keinen Anlaß zum Zweifel gibt; eine Rechtleitung für die Gottesfürchtigen [2:2]
In diesem Artikel werden wir das wichtige Thema des Imamats von diesem Blickwinkel aus bewerten.
Die schiitische Imamatsdoktrin sieht vor, dass zu jeder Zeit die Existenz des Universums unmittelbar die Existenz eines göttlich bestimmten Mannes erfordert, dem Imam. Er ist in allen Charaktereigenschaften allen anderen Menschen überlegen. Dazu gehört insbesondere seine völlige Unfehlbarkeit. Er allein hat zu seiner Zeit das Recht, die Menschheit anzuführen. Damit ist er gleichzeitig religiöses wie staatliches Oberhaupt.
Als unmittelbare Konsequenz hieraus glauben die Schiiten daran, dass nach dem Propheten Muhammad (saws) Ali (ra) das Imamat übernahm, gefolgt von 11 seiner Nachkommen. Der letzte aus dieser Serie von besonders verehrten Imamen ist demnach der Mahdi, der eines Tages aus seiner über 1000 Jahre andauernden Verborgenheit in die Öffentlichkeit treten und die Welt mit Gerechtigkeit füllen wird.
Es sei angemerkt, dass die Definition des Imamats unter den Schiiten nicht einheitlich ist. Während einige die erstgenannte allgemeine Sichtweise betonen und das Imamat der 12 Imame nach dem Propheten (saws) davon ableiten, gehen andere den umgekehrten Weg und legen die Betonung auf das Imamat nach dem Propheten (saws). So liest man in der schiitischen “Enzyklopädie des Islams” unter dem Begriff “Imamat”:
Noch deutlicher wird diese Sichtweise in der gleichen Quelle unter dem Begriff “Imam”:
Es fällt auf, dass im normalen Sprachgebrauch eher letztere Sichtweise gemeint ist. Andererseits wird die erste Sichtweise gerne propagiert, wenn die Frage diskutiert wird, wo sich das Imamat im noblen Qur’an widerfindet. In diesem Artikel spielt es keine wesentliche Rolle, welche Definition nun zu Grunde gelegt wird.
Die Mehrheit der Schiiten misst der Position des Imamats eine derart hohe Bedeutung bei, dass die Imame über die Propheten und sämtliche Engel gestellt werden. Überdies gehört das Imamatsdoktrin zu den Fundamenten des schiitischen Glaubens, den sog. Usul-ud-Din. Verglichen mit den Pflichten des Islams, dem Gebet, der Zakah, dem Fasten und der Hajj, übertrifft das Imamat nach schiitischer Vorstellung diese Säulen des Islams.
Übersetzung:
Abi Ja’far (as) sagte: “Der Islam ist auf fünf Dingen errichtet worden: dem Gebet, der Zakah, der Hajj, dem Fasten und der Wilayah [d.h. Imamat im oben beschriebenen Sinne]. Zurarah fragte ihn: “Und welches davon ist das Wichtigste?” Da antwortete er:”Die Wilayah ist das Wichtigste…”
(Al-Kafi, Band 2, Seite 19)
Diese Überlieferung wurde von Baqir Majlissi als sahih also authentisch klassifiziert.
Die Bedeutung des Imamats im schiitischen Glauben lässt sich auch daran sehen, dass der Zweifler an dieser Doktrin als Ungläubiger gilt, der im Jenseits nur die ewige Hölle zu erwarten habe.
Al-Mufid schreibt dazu:
Übersetzung:
Die Imamiyyah (d.h. 12er Schiiten) stimmt darin überein, dass derjenige, der das Imamat eines einzigen Imams ablehnt sowie den von Allah [ta'ala] befohlenen Gehorsam [dem Imam gegenüber], ein irregegangener Ungläubiger ist, der die ewige Hölle verdient.
Ibn Babaweh Al-Qummi, bekannt als Al-Saduq, bestätigt diesen Konsens:
واعتقادنا فيمن أقر بأمير المؤمنين وأنكر واحدا من بعده من الائمة عليهم السلام أنه بمنزلة من آمن بجميع الانبياء ثم أنكر بنبوة محمد صلى الله عليه وآله.
Unser Glaube bezüglich demjenigen, der das Imamat von Amir ul-Mu’minin [Ali bin Abi Talib] und der Imame nach ihm (as) leugnet, ist, dass er die gleiche Stellung hat, wie jemand, der das Prophetentum von allen Propheten [alaihim As-Salam] leugnet. Und unser Glaube bezüglich demjenigen, der das Imamat von Amir ul-Mu’minin bestätigt, aber gleichzeitig einen der darauffolgenden Imame leugnet, ist, dass er die gleiche Stellung hat wie jemand, der an alle Propheten glaubt, aber gleichzeitig das Prophetentum von Muhammad (saws) leugnet.
Ein Gedankenexperiment
Man stelle sich vor, eine Person, die nie vorher mit dem Islam in Kontakt kam und über keinerlei Vorwissen über den Islam hat, bekommt die Gelegenheit, das Buch Allahs (swt), den noblen Qur’an, zu lesen. Im Anschluss wird sie gebeten, die Grundlagen des Islams zusammenzufassen. Es ist zu erwarten, dass eine solche Person den Tauhid als die wesentliche Botschaft des Islams beschreibt, die von Propheten an die Menschheit überbracht wurde, dazu erwähnt, dass der Islam das Gebet vorschreibt, die Muslime dazu aufruft Gutes zu tun, die Zakat zu zahlen, den Monat Ramadan zu fasten, zur Hajj zu fahren. Ferner, würde sie die im noblen Qur’an beschriebene Allmacht und Allwissenheit Allahs (swt) beschreiben. Und schließlich würde sie wahrscheinlich erläutern, dass das Ziel eines jeden Muslims ist, am Tag des Jüngsten Gerichtes vor Allah (swt) zu bestehen, um in das Paradies eingelassen zu werden. Natürlich kann die Gewichtigung dieser Beschreibung von Person zu Person variieren. Möglicherweise würde sie auch das Ein oder Andere schlichtweg vergessen, doch könnte sie ohne Zweifel auf Nachfrage bestätigen, dass alle oben genannten Punkte zum Islam gehören.Aus sunnitischer Sicht hätte die Person damit die Essenz des Islams bereits verstanden. Doch aus schiitischer Sicht ist diese Person noch weit davon entfernt, den Islam zu kennen, weil sie das Imamat übersehen hat. In der Tat wird jeder, der den noblen Qur’an gelesen hat, zustimmen müssen, dass diese Person nie allein auf das Imamat kommen würde. Auch auf Nachfragen, ob das Imamat zum Islam gehört, ist davon auszugehen, dass diese Person mit dem genannten Begriff nichts anzufangen weiß. Schließlich taucht er nirgendwo im noblen Qur’an auf. Diese offenkundige Diskrepanz zwischen den “natürlichen” Grundlagen des Islams und des Imamats im noblen Qur’an ist für sich genommen bereits ein so frappierender Umstand, dass er große Zweifel an dieser essentiellen schiitischen Doktrin weckt.
Um die Dimension dieser Diskrepanz zwischen des Imamats und den übrigen natürlichen Glaubensfundamenten besser zu begreifen, reicht es aus darauf hinzuweisen, dass der Tauhid und der Glaube an Allah [subhanhu wa ta'ala] mehr als 2000 Mal erwähnt wurde. Das Prophetentum, was eine im Vergleich zur Imamat niedrigere Stellung einnimmt, wurde über 400 Mal erwähnt. Auch alle anderen Glaubensfundamente finden sich in hunderten Versen wieder. Und selbst das im Schiitentum zu den Furu-ud-Din, also den “Zweigen der Religion”, gehörende Gebet wurde mehr als 700 Mal erwähnt. Daran sieht man auch, dass es sicherlich kein Zufall ist, wenn eine unvoreingenomme Person diese Konzepte als essentielle Bestandteile des Islams identifiziert, und zwar allein auf der Grundlage des noblen Qur’ans. Bei des Imamats dagegen ergibt sich ein völlig anderes Bild.
Wo findet sich das Imamat im noblen Quran?
Angesichts der großen Bedeutung des Imamats im schiitischen Glauben ist es nur fair zu fragen, wo dieser Glaubensgrundsatz im noblen Qur’an zu finden ist. Während die Mehrheit der Muslime glaubt, dass dieses Konzept im noblen Qur’an nirgendwo eine explizite Erwähnung findet, müssen selbst Schiiten zugeben, dass sie im besten Falle eine Handvoll Verse präsentieren können, in denen nach ihrer Interpretation das Imamat implizit erwähnt wird. Es bleibt jedoch das große Problem, dass Allah [subhanhu wa ta'ala] dem so wichtigen Imamat-Konzept in Seinem Buch im besten Falle kaum Beachtung schenkte.Wieso gibt es keine Verse, wie z.B.:
“O ihr Gläubigen, glaubt an den unfehlbaren Imam eurer Zeit.”
“O ihr Gläubigen, befolgt die 12 Imame nach dem Propheten.”
“Und wisset, dass die Erde und der Himmel dem Imam ergeben sind.”
Selbst die Handvoll Verse, die von den Schiiten auf Nachfrage präsentiert werden, sind nicht einmal ansatzweise so explizit wie diese erfundenen Sätze. In der Tat sind die schiitischen Argumentationen allein auf der Basis des Qur’ans äußerst hilflos. Der eigentliche Beweis liegt folglich nicht im noblen Qur’an, sondern in hinzugefügten Überlieferungen.
Natürlich entging dieser Umstand nicht den schiitischen Gelehrten, so dass sie eine Reihe von Gründen angaben, warum der noble Qur’an das Imamat ausspart. Die Tatsache, dass sie sich dazu genötigt fühlten, ist dabei für sich genommen schon bemerkenswert. Keine andere Glaubensgrundlage erforderte eine solche Apologetik.
Tatsächlich erinnert diese Problematik an das christliche Dilemma, dass Jesus (as) zwar nirgendwo in der Bibel sich explizit als Gott bezeichnet, dennoch seine angebliche Göttlichkeit ein Grundpfeiler des Christentums darstellt.
Schiitische Apologetik
Um den Glauben an das Imamat aufrecht zu erhalten, lieferten schiitische Gelehrte unterschiedliche Begründungen dafür, dass sie nicht in vergleichbarer Form wie alle anderen Glaubensfundamente im Quran auftaucht. Dabei haben fast alle diese Begründungen zwei wesentliche Probleme.- Es sind bloße Behauptungen ohne den geringsten Beweis aus dem noblen Quran oder der authentischen Sunnah.
- Sie sind dermaßen allgemein, dass sie für jeden beliebigen Irrglauben benutzt werden können.
In diesem Argument werden Äpfel mit Birnen verglichen. Es ist schon bezeichnend, dass die Schiiten das Gebet, eines der Furu-ud-Din, also der “Zweige des (schiitischen) Glaubens” mit des Imamats, einem der Usul-ud-Din, also der Glaubensfundamente, vergleichen. Dies unterstreicht nochmals die Feststellung, dass keiner der übrigen Usul-ud-Din darunter leidet, keine (oder im besten Falle kaum eine) Beachtung im noblen Quran zu finden.
Ansonsten verkennt dieser Vergleich die Tatsache, dass das Gebet mehr als 700 Mal im Quran Erwähnung findet. Dazu werden sogar einige Details des Gebets genannt, wie das Ruku’, das Sujud, die Tatsache, dass man sich vorher reinigen muss, dass man morgens, mittags und abends das Gebet verrichten sollte usw.. Es ist zwar richtig, dass einige Details des Gebets nicht erwähnt werden, aber wollen die Schiiten ernsthaft behaupten, dass die Frage, wie man die Hände beim Gebet halten sollte von gleicher Wichtigkeit ist wie das Imamat? Ironischerweise haben wir gesehen, dass die Schiiten an Überlieferungen glauben, wonach das Imamat über das Gebet gestellt wird. Dennoch käme niemand auf die Idee, das Gebet im Quran anzuweifeln, während das Imamat nicht einmal annähernd so explizit belegt werden kann.
Wie kommt es, dass der noble Quran uns zwar sagt, dass wir uns vor dem Gebet u.a. die Hände waschen müssen, aber es gleichzeitig scheinbar versäumt, die Muslime über die 12 unfehlbaren Imame aufzuklären?
Andererseits müssen sich die Advokaten der obigen Begründung fragen, ob sie wirklich die nicht erwähnten Details des Gebetes mit des Imamats gleichsetzen wollen. Ist denn die Frage, ob man den Zeigefinger beim Tashahud während des Gebetes bewegen darf oder nicht von der gleichen Brisanz für die Schiiten, wie die Frage, ob Ali (ra) der erste unfehlbare Imam nach dem Propheten (saws) ist? Gibt es irgendein Detail des Gebets, das nicht im noblen Quran genannt wird, obwohl die Schiiten es auch nur annähernd so wichtig erachten wie die 12 Imame?
Woher kommt es aber, dass wir keine zusätzliche Quelle benötigen, um alle anderen Glaubensfundamente zu belegen? Wieso sind die Verse über alle anderen Glaubensfundamente bereits so explizit und so zahlreich, dass wir allein auf der Basis des noblen Qurans diese Fundamente verstehen und verinnerlichen können? Wir brauchen keine Überlieferungen, um einzusehen, dass der Tauhid, das Gebet, die Zakat, das Fasten im Ramadan und die Hajj obligatorisch sind für einen Muslim. Und wir benötigen auch keine Überlieferungen, um zu verstehen, dass wir an Allah (swt), Seinen Engeln, Seinen Propheten, Seinen Büchern, dem Tag des Jüngsten Gerichts, Seine Allmacht und Allwissenheit glauben müssen. All diese Pflichten und Glaubensfundamente sind so allgegenwärtig im Quran, dass niemand auch nur den geringsten Zweifel haben kann, sie wären nicht Teil vom Islam.
Kommen wir aber zu des Imamats wird die Sache plötzlich so kompliziert, dass uns nur Überlieferungen helfen können, das Imamat im Quran zu identifizieren. Es ist richtig, dass der Prophet (saws) einige Verse des noblen Qurans erklärt, es ist allerdings absurd zu glauben, dass diese Erklärungen soweit gehen, eine Doktrin wie das Imamat in einen Vers zu pressen, dessen augenscheinliche Bedeutung nichts mit des Imamats zu tun hat. Der noble Quran ist ein klarer Führer zur Wahrheit. Allah (swt) sagt dazu:
Und wahrlich, Wir haben den Quran zur Ermahnung leicht gemacht. Gibt es also einen, der ermahnt sein mag? [54:17]
Wie kann es dann sein, dass Allah (swt) verlangt, Überlieferungen zu befolgen, um unsere Glaubensfundamente zu erfahren? Und welche Überlieferungen sollen wir hierzu befolgen? Es gibt unzählige Sekten mit ihren jeweils eigenen Überlieferungen. Wieso sollen wir nicht die Überlieferungen der Zaiditen oder der Ismaelitten oder der Bahais befolgen? All diese Sekten haben gemeinsam, dass sie versuchen, ihre Glaubensfundamente anhand ihrer Überlieferungen zu verstehen anstatt durch den noblen Quran. Erwartet Allah (swt) wirklich, dass wir Hadithwissenschaftler werden, allein um die essentiellen Glaubensfundamente zu finden? Vielleicht hat selbst die “grüne Ausserirdische”-Sekte ihre Überlieferungen.
Dieses Argument ist auch deshalb wenig überzeugend, weil viele Schiiten nicht müde werden zu betonen, dass sie keine authentische Hadithsammlung besitzen. Von welchen Hadithen sprechen also die Schiiten, wenn sie sich nie sicher sind, welche Überlieferungen authentisch sind? Außerdem propagieren sie gerne den Grundsatz, dass jede Überlieferung am noblen Quran gemessen werden müsste, bevor man sie für authentisch einstuft. Es scheint nun, als wäre dieser Grundsatz plötzlich umgedreht und der noble Quran müsste anhand von Überlieferungen gemessen werden.
Es geht natürlich nicht darum, die Bedeutung der Überlieferungen zu leugnen. Die Überlieferungen sollten aber nie den quranischen Kontext übergehen. Genau dies aber fordern die Schiiten, die eines ihrer essentiellen Glaubensfundamente nur unter Hinzunahme von Überlieferungen begründen können. Abgesehen von den Schiiten und anderen Sekten wie den Zayditen, Ismaeliten oder Bahais, setzt die überwiegende Mehrheit der Muslime für ein Glaubensfundament voraus, dass es allein auf der Basis des noblen Qurans belegt werden kann. Wenn dies nicht möglich ist, handelt es sich entweder nicht um ein Glaubensfundament oder es ist schlichtweg falsch.
Der Name des Propheten Muhammad (saws) wurde in der Bibel nicht genannt, dennoch sind die Christen angehalten, an ihn zu glauben.
Der noble Quran informiert uns darüber, dass die Bibel sehr wohl den Propheten (saws) explizit ankündigte, allerdings wurde die Bibel manipuliert.
Und da sagte Jesus, der Sohn der Maria: “O ihr Kinder Israels, ich bin Allahs Gesandter bei euch, der Bestätiger dessen, was von der Thora vor mir gewesen ist, und Bringer der frohen Botschaft eines Gesandten, der nach mir kommen wird. Sein Name wird Ahmad sein.” Und als er zu ihnen mit den Beweisen kam, sagten sie: “Das ist ein offenkundiger Zauber.” [61:6]
Die Christen sind aber gar nicht auf die Bibel angewiesen, um das Prophetentum Muhammadas (saws) zu akzeptieren. Stattdessen offenbarte Allah (swt) den noblen Quran als Rechtleitung für die gesamte Menschheit, die sämtliche vorherige Botschaften abrogierte.
Es ist interessant an dieser Stelle anzumerken, dass auch die Christen keine Imamat kennen. Stattdessen erkennnen sie das Konzept des Prophetentums genauso wie alle Muslime an. Wenn das Imamat ein gültiges ewiges Konzept wäre, das selbst das Prophetentum überragt, müsste man erwarten, dass die Juden und Christen den Rang des Imams kennen. Dem ist aber nicht so.
Im Falle des Imamats ist das Problem also nicht nur, dass keine Namen genannt werden, obwohl diese sicherlich von großer Bedeutung sind, sondern zusätzlich, dass diese Doktrin als solche keine Beachtung im noblen Quran findet, im diametralen Gegensatz zu allen anderen Glaubensfundamenten.
Mir ist keine einzige Sekte bekannt, die die Namen aller Propheten zu einem Teil des Glaubens, geschweige denn ihres Glaubensfundament erklärte. Wozu sollten wir auch die Namen aller Propheten kennen? Im Falle des Imamats dagegen werden die Menschen nach schiitischem Glauben sogar in ihrem Grab explizit nach den Namen der 12 Imame gefragt, und zwar direkt im Anschluss an die Fragen “Wer ist dein Herr? Wer ist dein Prophet? Was ist deine Religion? Was ist dein Buch? Was ist deine Qiblah?“. Wieder fällt auf, dass die Antworten auf all diese essentiellen Fragen explizit im noblen Quran erwähnt sind. Nur bei der letzten Frage “Wer sind deine Imame?” würde die Lektüre des noblen Qurans scheinbar nicht ausreichen, um zu bestehen.
Überdies haben wir oben gesehen, dass bereits die Ablehnung eines einzigen der 12 Imame als Unglaube gilt, der die ewige Hölle zur Folge hat. Ist es da nicht logisch danach zu fragen, warum Allah (swt) uns diese für unsere Rechtleitung angeblich so essentiellen Namen nicht nennt?
Am Rande sei bemerkt, dass selbst die Schiiten zugeben, dass nicht einmal der Prophet (saws) die Namen der 12 Imame nach ihm spezifizierte. Infolgedessen liefen die Schiiten nach dem Ableben eines Imams kopflos umher auf der Suche nach dem Nachfolger. Davon waren nicht einmal die angeblich engsten Gefährten des vorherigen Imams gefeit. So entwickelten sich im Laufe der Zeit die unterschiedlichsten schiitischen Sekten, jede mit ihrer eigenen Folge von Imamen und jede erklärte die andere für ungläubig.
Angesichts dieses Chaos kann niemand ernsthaft die für uns irrelevanten Namen der vergangenen Propheten mit den Namen der nach der schiitischen Lehre so wichtigen Imame nach dem Propheten Muhammad (saws) vergleichen.
Es ist auch falsch, dass der noble Quran nie Namen nennen würde. Wenn der noble Quran sogar den Namen von Zaid (ra) in einer relativ kleinen Angelegenheit nannte, ist es da nicht inkonsistent, wenn der Name Alis [radiaAllahu 'anh] keine Erwähnung findet, obwohl er nach schiitischer Lehre der von Allah (swt) bestimmte unfehlbare Träger des Islams nach dem Propheten (saws) ist?! Dazu noch der bedeudentste Imam nach dem Propheten (saws) überhaupt, weitaus bedeutender als sämtliche andere Propheten, die im noblen Quran genannt werden, wie Adam, Nuh, Ibrahim, Musa, Isa (as)! Ist die Auslassung dieser zentralen Person im wichtigsten Buch nicht in etwa so, wie als würde man eine Biografie über eine Person schreiben, ohne ihren Namen auch nur ein einziges Mal zu erwähnen?
Oft wenden Schiiten darauf ein, dass schließlich auch Abu Bakr (ra) oder Umar (ra) im noblen Quran nicht genannt werden. Dies ist deshalb ein unsinniger Einwand, weil kein Muslim jemals diese edlen Sahabis mit einem Glaubensfundament in Verbindung brachte. Weder die 5 Säulen des Islams noch die 6 Glaubensartikel deuten auf diese Gefährten des Propheten (saws) hin. Es geht auch nicht darum zu argumentieren, dass nun Zaid (ra) eine höhre Stellung haben müsste als Ali (ra) oder andere Sahabah.
Aber selbst wenn wir von der Nennung der Namen absehen, so bleibt das Problem, dass selbst das Konzept des Imamats nirgendwo im noblen Quran explizit auftaucht und damit im krassen Widerspruch zu allen übrigen Glaubensfundamenten steht.
Dieser Einwand ist reine Spekulation über Allahs Absichten. Hat Allah (swt) uns etwa im noblen Quran darüber informiert, dass Er einige unserer Glaubensfundamente verschleiert hat, damit Sein Buch nicht verfälscht wird? Wie verträgt sich diese Unterstellung damit, dass der noble Quran gerade ein Buch für unsere Rechtleitung ist, und Allah (swt) versprach, es vor Manipulationen zu beschützen?
Was für eine absurde Gottesvorstellung muss jemand haben, der ernsthaft daran glaubt, Allah (swt) hätte aus Angst, dass Sein Buch verfälscht wird, einige essentielle Glaubensfundamente verschwiegen. Ist es nicht Allah (swt), der den Propheten (saws) ermahnt, die Religion vollständig zu verkünden, ohne sich vor den Reaktionen der Ungläubigen zu fürchten?
O du Gesandter! Verkünde, was zu dir von deinem Herrn herabgesandt wurde; und wenn du es nicht tust, so hast du Seine Botschaft nicht verkündigt. Und Allah wird dich vor den Menschen schützen. Wahrlich, Allah weist den ungläubigen Leuten nicht den Weg. [5:67]
Wie kommt es dann, dass Allah (swt) sich angeblich selbst nicht daran hält, Gott bewahre! Und wieso sollte dieses Wissen über das Imamat in den Überlieferungen besser geschützt sein? Schließlich bleibt die Frage, warum dieser blasphemistische “Schutzmechanismus” nur für das Imamat angewendet worden sein soll und nicht bei anderen Glaubensfundamenten, die den Polytheisten ein Dorn im Auge waren.
Es ist traurig zu sehen zu welch Absurditäten sich die Anhänger des Imamats hinreißenlassen, um ihre Doktrin zu verteidigen, die keine Basis im noblen Quran hat und dabei nicht einmal davor zurückschrecken, Lügen über Allah (swt) zu erfinden.
“Habt ihr irgendein Wissen? Dann bringt es für uns zum Vorschein. Doch ihr geht nur Vermutungen nach; und ihr rätselt nur.” [17:36]
Es versteht sich von selbst, dass eine solche Erklärung zu jeder nur erdenklichen Theorie verwendet werden könnte. Selbst die Anhänger der “grünen Männchen”-Doktrin könnte sich schließlich damit verteidigen, dass die grünen Männchen aus Angst vor Manipulation nicht genannt wurden. Tür und Tor wären damit für die größten Absurditäten geöffnet.
Wie im Falle des vorherigen Arguments ist diese Erklärung reine Spekulation über Allahs Absicht. Dieser Einwand offenbart ferner ein merkwürdiges Verständnis vom noblen Quran. Wer eine solche Erklärung für das Imamat anbringt, scheint zu glauben, dass der noble Quran ein Rätselbuch ist, das die Kreatitvät der Menschen testet und nur die Kreativsten, die kein Skrupel davor haben, mit den Versen Lego zu spielen, also den Kontext zu ignorieren, Rechtleitung finden können, nachdem sie den Geheimcode des noblen Qurans geknackt und all die verborgenen Glaubensfundamente entschlüsselt haben. Es ist zwar richtig, dass Allah (swt) die Menschen prüft, aber erst nachdem Er ihnen den Weg klar und deutlich gemacht hat. Die Prüfung beinhaltet also kein Raten, um den Weg zu finden, sondern zielt nur darauf ab, die Aufrichtigkeit des Dieners auf dem klaren Weg zu testen.
Welchen Sinn hat der noble Quran noch, wenn wir davon ausgehen müssen, dass selbst die Glaubensfundamente darin versteckt sind? Vielleicht sind selbst die grünen Männchen darin versteckt, und es ist eine Prüfung für die Menschheit sie zu finden? In der Tat erinnert eine solche Argumentation an die anderer Sekten und Religionen. Genauso würde ein Christ auf die Frage, warum Jesus ['aleihi As-Salam] nie davon sprach, dass er Gott wäre, antworten, dass es eben eine Prüfung ist, ob die Menschen die impliziten Aussagen verstehen. Ebenso könnte ein Bahai bzw. Qadyani argumentieren, wenn er mit der Frage konfrontiert wird, warum Baha’ullah bzw. Mirza Ahmad im noblen Quran keine Erwähnung findet. Alles nur eine Prüfung. Na Klasse!
Was ist von einem Lehrer zu halten, der seinen Schülern zwar verspricht, dass sie die Klausur bestehen, wenn sie sich an ein bestimmtes Buch halten, in der Prüfung aber ein wesentlicher Teil von einem Thema handelt, das im besten Fall nur am Rande in diesem Buch angeschnitten wurde. Würden die Schüler die Rechtfertigung des Lehrers akzeptieren, dass es eben eine Prüfung ist, um zu sehen, wer dieses versteckte Thema im Buch findet?
Diese Erklärung ist noch schlimmer als der Glaube an das Imamat selbst! Eine Entschuldigung sozusagen, die schlimmer ist als die Missetat! So absurd diese Erklärung auch klingen mag, sie ist die natürliche Konsequenz aus dem Glauben an das Imamat und der Tatsache, dass diese Doktrin keine Beachtung im noblen Quran findet. Tatsächlich war genau dieser Umstand der Grund, warum fast alle klassischen Gelehrten der Schiiten an der Manipulation des Qurans glaubten, einschließlich solcher Schwergewichte wie Ali bin Ibrahim Al-Qummi, Al-Kulayni, Abu Mansur Ahmad bin Mansur Al-Tabrassi, Muhammad Baqir Al-Majlissi, Al-Mufid, und viele mehr. Die Schiiten erfanden zahlreiche Überlieferungen in diesem Sinne, wonach angeblich etliche Verse gekürzt wurden, weil sie explizit die namentliche Ernennung Alis (ra) zum Imam enthielten. Baqir Majlissi kommentierte dabei eine Überlieferung, die auf die angebliche Kürzung hindeutet, wie folgt:
موثق. و في بعض النسخ عن هشام بن سالم موضع هارون بن مسلم، فالخبر صحيح و لا يخفى أن هذا الخبر و كثير من الأخبار الصحيحة صريحة في نقص القرآن و تغييره، و عندي أن الأخبار في هذا الباب متواترة معنى، و طرح جميعها يوجب رفع الاعتماد عن الأخبار رأسا بل ظني أن الأخبار في هذا الباب لا يقصر عن أخبار الإمامة فكيف يثبتونها بالخبر.
Übersetzung:
„Gesichert,
und in einigen Versionen über Hisham bin Salem statt Harun bin Salem,
der Bericht ist also authentisch. Es ist nicht verborgen, dass dieser
und viele andere authentische Überlieferungen klar die
Unvollständigkeit und Manipulation des Qurans bezeugen, und für mich
haben diese Überlieferungen inhaltlich Tawatur erreicht (also von sehr
vielen Leuten überliefert), sie alle zu ignorieren, würde bedingen,
dass man sich überhaupt nicht mehr auf Überlieferungen stützt. Mehr
noch, es ist mein Glaube, dass diese Erzählungen in nichts den
Erzählungen der Imamat nachstehen. Wie bestätigen sie sie (die Imamat)
also mithilfe von Überlieferungen?“
Obwohl diese Erklärung zumindest öffentlich in der Regel dementiert wird, glauben viele Schiiten noch heute, dass die Reihenfolge der Verse manipuliert wurde. In Folge dessen braucht man sich nicht zu wundern, wenn die schiitischen Gelehrten Verse aus ihrem Kontext reißen, um das Imamat zu begründen.
Die Tatsache, dass schiitische Gelehrte so weit gegangen sind, um das Imamat zu rechtfertigen, dass sie nicht einmal davor zurückschrecken die Integrität von Allahs Buch in Frage zu stellen, und sich damit endgültig aus dem Islam gebracht haben, ist bereits Beweis genug für die Illegitimät des Imamats Doktrin.
Dieser Einwand ist geradezu ein Hilferuf nach dem Motto: “Ihr habt doch das gleiche Problem!”. So ist es auch keine wirkliche Erklärung dafür, dass das Imamat nicht genannt wird, sondern nur ein Versuch von dieser Problematik abzulenken. Es scheint als würden die Advokaten dieses Einwandes daran glauben, dass es in Ordnung ist, einen Fehler im Glauben zu haben, weil andere Gruppen ja auch ihre Fehler haben. Dass eine solche Argumentation nicht überzeugend ist, versteht sich von selbst.
Abgesehen davon offenbart der Vergleich des Imamats mit dem Kalifat von Abu Bakr (ra) eine grobe Unkenntnis darüber, wie die Muslime das Kalifat betrachten. Denn im Gegensatz zur Imamat ist das Kalifat weder ein Teil der 5 Säulen des Islams noch eines der 6 Glaubensartikel. Mit anderen Worten kein Muslim hat es zu einer Notwendigkeit des Glaubens gemacht, Abu Bakr (ra) auch nur zu kennen, geschweige denn daran zu glauben, er sei der Beste für dieses Amt gewesen. Der Grund dafür liegt auf der Hand, die Mehrheit der Muslime glaubt nicht daran, dass der Kalif von Allah (swt) ernannt werden muss. Wieso sollte also Abu Bakr (ra) im noblen Quran erwähnt werden?
Es ist richtig, dass einige hanafitische Gelehrten die Ablehnung des Kalifats von Abu Bakr (ra) als Unglaube betrachteten, doch war der Grund hierfür nicht, dass es ein Glaubensfundament wäre, sondern weil unter den Muslimen Konsens über das Kalifat Abu Baks (ra) herrscht. Nichtsdestotrotz bleibt festzuhalten, dass diese Meinung einiger Hanafiten unter den Gelehrten umstritten ist, was nochmals unterstreicht, dass das Kalifat kein Glaubensfundament ist.
Gerade aufgrund der Tatsache, dass das Prophetentum mit dem Propheten Muhammad (saws) ein Ende gefunden hat und nichts darauf hindeutete, dass die kommenden Führer von Allah (swt) ernannt werden würden, war es eine selbstverständliche Notwendigkeit, dass die Muslime ihren Führer nun selbst bestimmen. Natürlich werden nun viele Schiiten aufschreien und einwenden, dass es unvorstellbar wäre, dass die Ummah ihren Führer selbst bestimmt. Es ist allzu ironisch, dass die Schiiten seit über 1000 Jahren nicht müde wurden dies zu behaupten, und doch schien all diese Entrüstung verflogen zu sein, als sie im Iran die Macht übernahmen und natürlich einen fehlbaren Führer aus ihrer Mitte bestimmten. Dabei spielt es keine Rolle, ob dies unter dem Deckmantel der temporären Repräsentation des verborgenen Imams geschieht. Fakt ist nunmal, dass es offensichtlich sehr wohl möglich ist, dass Menschen ihren Führer nach dem Propheten (saws) selbst bestimmen - ob temporär (also bis der seit über 1200 Jahren verborgene Imam in die Öffentlichkeit tritt) oder bis zum Tag des Jüngsten Gerichts.
“Du bist aber nur ein Überbringer von Warnungen. Und jedes Volk hat einen, der es rechtleitet.” [13:7]
Ein kurzer Blick auf die Definition des Imamats reicht aus, um zu sehen, wie verzweifelt man sein muss, um diesen Vers als expliziten Beweis für das Imamat zu betrachten. Es ist schon bezeichnend, dass selbst in einem angeblich expliziten Vers nicht die Rede von einem “Imam” ist, sondern von einem “Haad”. Sogar die schiitischen Gelehrten waren sich der geringen Beweiskraft dieses Verses für das Imamat im Klaren, so dass sie stets diesen Vers im Zusammenhang mit einer erfundenen Überlieferung brachten, wonach der “Überbringer der Warnungen” der Prophet (saws) ist, und Ali (ra) derjenige sei, der die Ummah rechtleitet. Dabei übersahen sie, dass eine solche Interpretation ausschließen würde, dass zu jeder Zeit ein Imam leben muss.
Selbst wenn nun gesagt wird, dass Ali (ra) nur der Imam seiner Zeit sei (worauf nichts in der besagten Überlieferung hindeutet), gibt es keinen Grund zur Annahme, dass mit diesem Vers nicht die zu allen Völkern entsandten Propheten gemeint sind. Folglich wäre der Rechtleiter dieser Ummah natürlich ihr Prophet Muhammad (saws). Darauf deutet auch folgender Vers hin, der explizit von den Rusul, also den prophetischen Gesandten spricht.
Und jede Gemeinschaft hat einen Gesandten (Rasul). Wenn nun ihr Gesandter kommt, wird zwischen ihnen in Gerechtigkeit entschieden, und es wird ihnen kein Unrecht zugefügt. [10:47]
Wenn die schiitische Interpretation nun zutrifft, dass der Eingangsvers die kontinuierliche Existenz eines Imams fordert, so müssten die Schiiten konsequenterweise auf der Basis des soeben zitierten Verses daran glauben, dass es zu jeder Zeit auch einen Propheten geben muss. Doch daran glauben nicht einmal die Schiiten.
Überdies übersahen die Advokaten dieses Arguments, dass gemäß des Imamats Doktrin, es zu jeder Zeit einen Imam geben muss. Die Zugehörigkeit ist also nicht zu einem bestimmten Volk, sondern zu einer bestimmten Zeit. Daher wird z.B. der letzte Imam auch als “Gebieter der Zeit” oder “Imam der Zeit”. Es bleibt ein Rätsel, warum Allah (swt) die angeblichen Imame in diesem Vers nicht nur anders bezeichnet, sondern sie stattdessen zu den (verschiedenen) Völkern statt bestimmten Zeitperioden zuordnet.
Ebenso drängt sich die Frage auf, wer diese Person sein soll, die in dieser Zeit die Menschen rechtleitet. Die meisten Schiiten antworten darauf, dass diese Person seit 1200 Jahren in Verborgenheit lebt und seit über 1000 Jahren dazu in der “Großen Verborgenheit” ohne Kontakt zur Menschheit. Wie genau eine versteckte Person die Menschheit rechtleitet bleibt eines der großen Rätsel dieser Schiiten.
Abgesehen von diesen offenkundigen Problemen, geht das Argument auch in so fern an der eigentlichen Problematik vorbei, als dass es nicht erklärt, wieso das Imamat nicht wie alle anderen Glaubensfundamente in zahlreichen expliziten Versen Erwähnung findet. Man stelle sich vor, eine schiitische Schulklasse würde aufgefordert über den Islam zu schreiben. Welche Note würde wohl ein Schüler erhalten, der alle Glaubensfundamente der Schiiten bis auf das Imamat unmissverständlich an zahllosen Stellen in seinem Aufsatz beschreibt, über etliche Propheten berichtet, und am Ende noch einen Satz hinzufügt wie: “Im Islam glauben wir, dass zu jedem Volk jemand geschickt wird, der es rechtleitet.“, ohne Nennung der 12 Imame. Würde er nicht eine glatte “6 - Thema verfehlt” erhalten, weil er das Imamat faktisch nicht erwähnt hat?
Imamat: Gesucht und nicht gefunden
Keine der oben genannten möglichen schiitischen Antworten taugt dazu, eine plausible und akzeptable Erklärung dafür zu liefern, wieso diese zentrale schiitische Doktrin keine Beachtung im noblen Qur’an findet und damit im offenkundigen Gegensatz steht zu allen Glaubensfundamente der Muslime. Der Grund, warum ein objektiver Mensch, der den noblen Qur’an liest, nie von alleine auf diese Doktrin kommen würde, liegt einfach darin, dass diese Doktrin keine Basis Islam hat.Genau dies ist der Grund, warum sich die schiitische Polemik auf schwachen, erfundenen oder aus dem Kontext gerissenen Überlieferungen konzentriert, sowie auf vermeintlich rationalen Argumenten, um das Imamat zu belegen.
Lasst uns ein beliebiges schiitisches Buch über den Islam in die Hand zu nehmen, und uns die Frage stellen, ob dies wirklich der Islam ist, den wir aus noblen Qur’an kennen. Wieviel wird dieses schiitische Buch über das Imamat erzählen, und wie wenig werden wir davon im Qur’an wiederfinden? Damit muss jeder selbst entscheiden, welches Buch er befolgen möchte - die zahllosen Bücher der schiitischen Gelehrten oder das Buch des Schöpfers.
Möge Allah (swt) uns nicht zu jenen machen, über die der Gesandte sagen wird:
“O mein Herr, mein Volk hat wirklich diesen Qur’an von sich gewiesen.” [25:30]
